Sonntag, 18. September 2016

Kartoffel-Tortilla

Tortillas können verwirrend sein. Einerseits kann man darunter diese leckeren Fladen aus Weizen- oder Maismehl verstehen, die so beliebt in der mexikanischen und Tex-Mex-Küche sind. Andererseits sind Tortillas Teil der klassischen spanischen Tapas. Bisher habe ich Kartoffel-Tortillas noch nicht gegessen, was mich natürlich nicht davon abhält, diese mal selbst zu machen. Mein Mann war zuerst skeptisch, weil er meinte, dass Kartoffeln und Eier allein doch etwas langweilig seien. Als das Essen dann auf dem Tisch stand, war er jedoch begeistert, weil die Kartoffeln vorher frittiert werden, was ordentlich Geschmack ins Gericht bringt. Ein tolles Gericht, das sowohl lauwarm als auch kalt schmeckt und aus so einfachen Zutaten gemacht wird, die man fast immer im Haus hat. Man kann die Kartoffel-Tortilla zur klassischen Tapas-Platte reichen oder, wie wir, pur (z.B. mit einem Tomatensalat) genießen.


Für 4 Portionen:
800g vorwiegend festkochende Kartoffeln
Öl zum Braten
8 Eier
Salz
Pfeffer
½ TL Pimentón de la Vera, scharf
4 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
1 Knoblauchzehe, fein gehackt

Für die Kartoffel-Tortilla die Kartoffeln schälen und in 2-3mm dünne Scheiben schneiden. In einer großen Pfanne (ca. 28cm Durchmesser) reichlich Öl erhitzen (im Original stand 3cm hoch, das fand ich doch etwas viel und unnötig, bei mir waren es eher knapp 1cm und das hat auch ausgereicht). Wenn das Öl heiß ist, die Kartoffelscheiben in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Wenden ca. 10 Minuten goldgelb braten, bis die Kartoffeln gar sind. In der Zwischenzeit die Eier mit Salz, Pfeffer und Pimentón de la Vera kräftig würzen und verquirlen. Die Frühlingszwiebeln und den Knoblauch zu den Kartoffeln geben und ca. 2 Minuten mitbraten. Dann die Kartoffeln durch ein Sieb abgießen und das Öl dabei auffangen. Die Kartoffeln gut abtropfen lassen und unter die verquirlten Eier mischen. Etwa 2 EL des Öls in der Pfanne wieder erhitzen und die Kartoffel-Eier-Masse in die Pfanne geben, gleichmäßig verteilen und die Tortilla zugedeckt bei schwacher Hitze 6 Minuten stocken lassen. Die Tortilla wenden (am besten auf einen großen Teller gleiten lassen und dann zurück in die Pfanne stürzen). Die Tortilla von der zweiten Seite noch einmal ca. 6 Minuten fertig braten. Die Tortilla kann warm oder kalt gegessen werden und darf auf keiner Tapas-Platte fehlen.

Viel Spaß beim Nachkochen und lasst es euch schmecken!

Mittwoch, 14. September 2016

Morir Soñando

Bevor die letzten heißen Tage vorbei sind, muss ich euch noch dieses Getränk vorstellen: Morir Soñando. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Milch, Zucker und Orangensaft. Eigentlich ganz simpel, aber doch unglaublich lecker. Es erinnert mich an das Eis, das ich als Kind so gern gegessen habe. Kennt ihr da vielleicht (ich glaube, heute gibt es das nicht mehr): das war eine Mischung aus Orangen- und Vanilleeis, das in einer Plastikröhre war, durch die man das Eis stückchenweise mit einem roten Stäbchen nach oben schieben konnte. Leider fällt mir der Name nicht mehr ein (ist ja auch schon ewig her ;) ). Dieses Getränk hier schmeckt ganz ähnlich und ist eine wunderbare Erfrischung an einem heißen Spätsommertag. Ich gehe jetzt raus und genieße noch die letzten Sonnenstrahlen, bevor es am Wochenende wieder kühler werden soll.


Für 2 Gläser:
250ml Milch (oder halb normale Milch, halb Kondensmilch)
30g Zucker, am besten selbstgemachten Vanillezucker
250ml Orangensaft
Reichlich Eiswürfel

Für den Morir Soñando Milch und Zucker mischen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann die Milch in den Gefrierschrank stellen, bis die Milch sehr kalt ist (aber nicht gefroren). Den Orangensaft dann unter Rühren untermischen und mit reichlich Eiswürfeln servieren.

Viel Spaß beim Nachmachen und lasst es euch schmecken!

Sonntag, 11. September 2016

Tökfőzelék

Ich habe ja schon einiges an ungarischem Essen für euch verbloggt, dabei aber noch eine wichtige Sache vergessen: Tökfőzelék. Tökfőzelék ist ein typisch ungarisches Kürbisgemüse, zu dem Pörkölt und Weißbrot gegessen wird. Ich kenne und liebe dieses Gericht aus meiner Schwiegerfamilie und verbinde es immer mit dem Sommer. Wenn man nicht das Glück hat eine ungarische Schwiegermutter zu haben, die einem den Kochkürbis direkt aus Ungarn mitbringt und man keinen vergleichbaren hellen Kürbis hier findet, kann man auch Zucchini nehmen. So oder so, schmeckt das Gericht einfach nur wunderbar aromatisch, besonders durch den vielen Dill. Wohlfühlessen pur. Ich rate euch: nachmachen, so schnell es geht :).


Für das Tökfőzelék:
1 Zwiebel, fein gewürfelt
1 kleine Knoblauchzehe, fein gehackt
Öl
1 ungarischer Kürbis oder 2 – 3 große Zucchini
1 TL Paprikapulver
Etwas Wasser oder Brühe
1 – 2 EL Mehl
3 – 4 EL saure Sahne
1 EL Essig
Salz
Pfeffer
Reichlich Dill, fein gehackt


Für das Tökfőzelék die Zwiebel zusammen mit dem Knoblauch in etwas Öl glasig dünsten. In der Zwischenzeit den Kürbis schälen, die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch raspeln. Das Paprikapulver über die Zwiebeln stäuben und die Kürbisraspeln zufügen. Etwas Wasser oder Brühe zufügen, aber nur ganz wenig, damit der Kürbis am Anfang nicht anbrät, danach verliert er reichlich Flüssigkeit. Den Kürbis ca. 15 Minuten leise köcheln lassen. Mehl mit saurer Sahne und Essig glatt rühren und unter das Kürbisgemüse mischen. Das Gemüse noch etwas köcheln lassen, bis die Flüssigkeit andickt. Dann kräftig mit Salz, Pfeffer und reichlich frischem Dill würzen. Dazu isst man Weißbrot und Pörkölt, z.B. aus Hähnchen oder Schwein.

Viel Spaß beim Nachkochen und lasst es euch schmecken!

Sonntag, 4. September 2016

Maultaschen

Heute macht der Spätsommer noch eine kurze Pause und so kann ich euch endlich mal die Maultaschen vorstellen, auf die ich vor längerer Zeit bereits richtig Lust hatte. Der Teig ist ganz schnell gemacht und auch die Füllung ist ebenso fix vorbereitet. Nur das Zusammenbauen dauert wieder ein paar Minuten, macht das Gericht aber nicht viel aufwändiger. Die Taschen sind schön würzig und herzhaft, einfach nur lecker.


Für den Teig:
300g Mehl
1 TL Salz
3 Eier

Für die Füllung:
250g TK Blattspinat, aufgetaut
250g gemischtes Hackfleisch
250g Bratwurstbrät, roh
1 Ei
2 – 3 EL Semmelbrösel
Salz
Pfeffer
Gemahlene Muskatnuss

Zum Servieren:
1,5 Liter Brühe

Für die Maultaschen Mehl, Salz und Eier zu einem glatten Nudelteig kneten. Den Teig in Frischhaltefolie gewickelt mindestens eine Stunde ruhen lassen. In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Dafür das überschüssige Wasser aus dem Blattspinat kräftig ausdrücken. Den Spinat fein hacken und mit Hackfleisch, Bratwurstbrät, Ei und Semmelbrösel gründlich zu einer glatten Masse vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss kräftig würzen. Den Nudelteig zu gleichmäßig dünnen Platten ausrollen (bei der Nudelmaschine Stufe 4 von 7). Jeweils einen EL Füllung mit etwa 2cm Abstand auf die Mitte je einer Platte setzen. Eine zweite Teigplatte darüber legen und den Teig um die Füllung gut verschließen, dabei die Luft herausdrücken. Die Ränder um die Füllung sauber abschneiden. Die Maultaschen in heißer Brühe ca. 12 Minuten garen und dann in der Brühe servieren.

Viel Spaß beim Nachkochen und lasst es euch schmecken!

Sonntag, 28. August 2016

Tiramisu ohne Milch und rohes Ei

Da mein Mann ja keine Milchprodukte verträgt und ich es immer so schade finde, wenn er nicht alles essen kann, habe ich mich dieses Mal auf die Suche nach einem Tiramisu, das auch er verträgt, gemacht. Der Einfachheit halber suche ich dann immer nach veganen Rezepten, da kann ich sicher sein, dass er alles essen kann. Da es mittlerweile ja sogar Sojaquark gibt, bieten sich ganz viele Möglichkeiten für Desserts an. Zuerst habe ich das Tiramisu nach dieser Vorlage gemacht, womit ich aber noch nicht ganz so zufrieden war. Es war etwas zu fest und der Gries war für meinen Geschmack zu dominant. Hier seht ihr das Ergebnis.


Dann habe ich es mit meinem altbewährten Rezept „gekreuzt“ und heraus kam eine wunderbar luftige, samtige Creme, die fast wie ein richtiges Tiramisu schmeckt. Wer statt der Löffelbiskuits noch vegane Kekse benutzt erhält ein völlig veganes Tiramisu. Wenn man nur aufgrund der Sommerhitze, oder weil alte Menschen,
Kinder oder Schwangere (dann solltet ihr das Rum-Aroma statt des Amarettos benutzen) mitessen, auf rohe Eier verzichten möchten, kann man die Sojaalternativen auch durch normale Milch, Mascarpone (oder Quark für eine leichtere Variante) und normale Sahne ersetzen. Wie ihr seht, ist diese Tiramisu-Variante deutlich cremiger und luftiger. Uns hat sie echt wunderbar geschmeckt, also eine eindeutige Nachmachempfehlung.


Für die Creme:
200ml Sojamilch
100g Zucker
50g Grieß
Mark 1 Vanilleschote
1 Prise Salz
3 EL Amaretto oder 1 Fläschchen Rum-Aroma
300g Sojaquark
30g Zartbitterschokolade, fein gehackt
200ml gesüßte Schlagcreme (z.B. von Schlagfix)

Zum Zusammenbauen:
24 Löffelbiskuits
100ml starker Espresso
Kakao zum Bestäuben

Für die Creme Sojamilch zusammen mit Zucker, Grieß, Vanillemark und Salz unter Rühren aufkochen lassen, bis der Grieß die Masse andickt. Die Creme abkühlen lassen, Amaretto oder Rum-Aroma unterrühren und dann den Sojaquark unterheben. Die Schokolade untermischen, die Schlagcreme steif schlagen und dann vorsichtig unter die Creme heben. Dann das Tiramisu wie gewohnt schichten, also die Hälfte der Löffelbiskuits leicht in den Espresso tunken und eine Schicht in eine Auflaufform setzen, dann eine Schicht Creme darüber, dann wieder Löffelbiskuits und mit einer Schicht Creme abschließen. Das Tiramisu über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen und vor dem Servieren noch mit Kakao bestäuben.

Viel Spaß beim Nachmachen und lasst es euch schmecken!

Sonntag, 21. August 2016

Körözöttes

Da wir dieses Jahr nicht nach Ungarn in den Urlaub fahren konnten (leider :( ), mussten wir uns Ungarn nach Hause holen. Dafür gibt es nicht nur Tökfőzelék (ein typisches Kürbisgericht, das ich unbedingt noch einmal posten muss), Pörkölt, töltött paprika, kakaós csiga, Lecsó, Blätterteig-Kraut-Snack und Túró Rudi sondern auch Körözöttes. Das ist eine würzige Quarkcreme, die man in Ungarn gerne zum Frühstück isst. Das Rezept dafür stammt von meiner Schwiegermutter, bei der ich das zum ersten Mal vor vielen Jahren in unserem ersten Ungarnurlaub gegessen habe. Besonders wenn es sehr warm ist, ist dieser Brotaufstrich perfekt, da er so wunderbar würzig und gleichzeitig erfrischend ist. Der Quark, den man in Ungarn erhält, ist eher körnig und nicht so cremig, wie wir ihn aus Deutschland kennen. Ein guter Ersatz dafür ist daher körniger Frischkäse. Wichtig ist natürlich, dass man die hellgelben ungarischen Paprikaschoten benutzt, die so wichtig für den Crunch in der Creme und die Frische sind. Wenn jetzt nächste Woche noch das Wetter mitspielt, dann fühlen mein Mann und ich uns fast wie in Ungarn und nächstes Jahr kann uns nichts mehr von einem Ungarnurlaub abhalten :).


Für die Creme:
400g körniger Frischkäse
200g Schmand
3 gelbe, ungarische Paprikaschoten, in feine Würfel geschnitten
2 große Knoblauchzehen, sehr fein gehackt
1 ½ TL Paprikapulver
1 TL Senf
Salz
Pfeffer

Für das Körözöttes den körnigen Frischkäse mit dem Schmand verrühren. Die Paprikaschoten, den Knoblauch, das Paprikapulver (vorsichtig damit, die Creme darf nur hellrosa sein, also nicht zu viel und nicht zu wenig) und den Senf untermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Körözöttes schmeckt am besten zu hellem Weißbrot (wir haben es mit türkischem Fladenbrot gegessen, das kommt dem ungarischen Brot zumindest von der Konsistenz am nächsten). Die Creme hält sich ca. 3 – 5 Tage im Kühlschrank.

Viel Spaß beim Nachmachen und lasst es euch schmecken!

Sonntag, 14. August 2016

Kartoffel-Piroggen

Auch wenn heute und vermutlich auch die nächste Woche perfektes Grillwetter ist, so ist dieser Sommer doch echt durchwachsen und so gar nicht sommerlich. In unserem Garten dümpeln die Tomaten- und Paprikapflanzen nur so vor sich hin und nichts wächst wirklich ordentlich oder wird reif, außer natürlich das Unkraut. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn ich jetzt mit einem kräftigen, würzigen und herzhaften Rezept für Kartoffel-Piroggen um die Ecke komme. Wobei, die schmecken auch lauwarm an einem Sommerabend sehr gut. Das Rezept dazu habe ich aus irgendeiner Frauenzeitschrift, die ich bei meiner Schwiegermutter gelesen habe, rausgerissen. Ich kann euch leider nicht mehr sagen aus welcher, aber ich habe ohnehin noch ein bisschen was am Rezept für die Füllung gedreht und es ein wenig aufgepeppt.


Für den Teig:
75ml lauwarme Milch
1 EL Butter
½ Würfel Hefe
1 Prise Zucker
125g Dinkelvollkornmehl
125 Weizenmehl, Type 405
1 Ei
1 Prise Salz

Für die Füllung:
350g Kartoffeln
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
Öl
50g Butter
1 Handvoll Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Dill, etc.), fein gehackt
Salz
Pfeffer
Frisch geriebene Muskatnuss
Chiliflocken

Für den Teig die Milch und Butter mischen, bis die Butter gelöst ist. Die Hefe darin auflösen und eine Prise Zucker zugeben. Die beiden Mehlsorten, Salz, Ei und die Hefemischung vermischen und alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort ca. 45 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen des Teiges verdoppelt hat. In der Zwischenzeit die Kartoffeln in reichlich Salzwasser garen, bis sie weich sind. In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln in etwas Öl glasig dünsten. Die Kartoffeln abgießen, schälen und dann mit Butter zusammen zerstampfen. Die Lauchzwiebeln zufügen und mit Kräutern, Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Chiliflocken abschmecken. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und runde Kreise, ca. 8cm Durchmesser, ausstechen. Je einen Teelöffel Füllung auf die Kreise geben, die Ränder mit etwas Wasser befeuchten und zusammen klappen und drücken. Die Piroggen in Salzwasser ca. 3-5 Minuten kochen. Abtropfen lassen und mit Sauerrahm servieren. Man kann die Piroggen auch in Butterschmalz noch goldgelb ausbacken.  Bei uns gab es noch gedünstete Zwiebeln dazu, eine schöne Kombination.

Viel Spaß beim Nachkochen und lasst es euch schmecken!