Sonntag, 4. Februar 2018

Ghormeh sabzi

Vor einiger Zeit habe ich euch ja bei dem Rezept für persischen Reis erzählt, dass wir bei meiner iranischen Freundin eingeladen waren und sie Ghormeh sabzi, das persische Nationalgericht für uns gekocht hat. Das Gericht war für uns etwas ganz besonderes, da es so ganz anders schmeckt, als alles, was wir hier so kennen und essen. Klar, italienisch und indisch oder chinesisch angehauchte Gerichte kennt man ja hier mittlerweile, auch wenn sie nicht immer authentisch sind. Aber dieses Gericht war für mich ganz neu und fremd, obwohl es ja nicht mit abwegigen Zutaten gekocht wird, die Zusammenstellung macht es hierbei. 


Wobei, getrocknete Limetten in Deutschland wirklich nicht alltäglich sind. Als mir besagte Freundin dann getrocknete Limetten mitgebracht hatte, konnte ich den Eintopf auch selbst nachkochen, denn ohne diese Spezialität kann man sich das Kochen von Ghormeh sabzi, laut Aussagen in diesem Rezept, an dem ich mich orientiert habe, gleich vergessen. Man kann sie online oder im persischen Lebensmittelgeschäft kaufen, sollte man das Glück haben, ein solches in Reichweiter zu finden. Ich habe auch gelesen, dass man persische Limetten, die man ja hier im Supermarkt leicht findet, selbst trocknen kann. Ich habe es noch nicht ausprobiert, würde aber empfehlen, dies im Ofen bei niedriger Temperatur oder in einem Dörrautomaten zu machen, damit man nicht Gefahr läuft, dass die Limetten verschimmeln statt zu trocknen. Die getrockneten Limetten riechen einfach fantastisch, da könnte ich mir auch ein Parfum draus vorstellen. Und im Gericht geben sie ihren herrlichen Geschmack und auch etwas Säure ab. Wer mag, kann den Eintopf am Ende der Kochzeit noch mit etwas frischem Limettensaft abschmecken, das gibt noch etwas Pepp und Frische. Ich habe es nicht ausprobieren können (weil ich selbst noch keinen habe, für mein Pulled Pork habe ich mir einen geliehen), aber wenn man das Fleisch vorher ca. 15 Minuten im Schnellkochtopf gart, wird es noch mürber. Meine Freundin hatte das Fleisch nämlich vorher auch im Schnellkochtopf gegart. Ich würde es angebraten,dann mit etwas Brühe aufgießen, den Topf verschlossen und dann 15 Minuten unter Druck garen. Danach die Zwiebeln in einem weiteren Topf in etwas Öl anbraten und wie im Rezept beschrieben fortgefahren (nur das erste Garen vom Fleisch allein kann man sich dann sparen). Das muss ich das nächste Mal auch ausprobieren, denn es hat noch besser geschmeckt. 
 


Eine weitere Zutat, die essentiell für Ghormeh sabzi ist, ist Bockshornklee und zwar die Blätter, nicht die getrockneten gemahlenen Samen, die man hier viel einfacher bekommt. Ich konnte keinen frischen Bockshornklee finden und wurde dann nach langem Suchen endlich im Asialaden fündig, zwar nur die getrocknete Variante aber immerhin, es funktioniert auch so. Nachdem ich nun alles beisammen hatte, konnte es losgehen. Und es hat super gut geschmeckt, einfach unglaublich aromatisch, würzig und herzhaft. Für mich ein ganz tolles, neues Erlebnis über das ich mich sehr freue. Jedes Mal, wenn ich das Gericht nun wieder koche (vier Limetten habe ich noch), kann ich an unsere sehr schöne Einladung bei meiner Freundin denken. So muss Essen sein – mit Geschichte und Erinnerungen.


Für den Eintopf:
500g Rindfleisch, in Stücke geschnitten
Öl
2 Zwiebeln, fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 TL Kurkuma
400ml Brühe
Salz
Pfeffer
1 Bund Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
Öl
75g gehackte, frische Petersilie
25g gehackter, frischer Koriander (oder wie bei mir, weitere Petersilie)
4 EL getrocknete Bockshornkleeblätter
2 getrocknete persische Limetten, mit einem Messer angestochen und in Wasser eingeweicht
2 Dosen Kidneybohnen, abgetropft
1 - 2 EL Limettensaft (optional)


Für das Ghormeh sabzi das Fleisch in Öl von allen Seiten scharf anbraten, dann die Zwiebeln und den Knoblauch zufügen und mit anbraten. Den Kurkuma zufügen und mit andünsten, dann mit Brühe ablöschen, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und 1 Stunde leise köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln in etwas Öl anbraten, dann Petersilie, Koriander und Bockshornkleeblätter (vorher 1 Minute lang in Wasser einweichen und dann durch ein Sieb abgießen) zufügen und so lange braten, bis die Kräuter zusammengefallen sind. Die Kräutermischung zum Fleisch geben, die Limetten und die Bohnen zufügen und den Eintopf weitere 1 Stunde leise köcheln lassen und dann nach Belieben mit Limettensaft abschmecken. Dazu passt persischer Reis.

Viel Spaß beim Nachkochen und lasst es euch schmecken!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen